Die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) versucht unter Zuhilfenahme eines SPD-Stadtrats einen Skandal zur AfD zu konstruieren. Hintergrund: Die städtische Kindertagesstätte Robert-Bosch-Straße sollte in Städtische Anne-Frank-Kindertagesstätte umbenannt werden bzw. den Namenszusatz „Anne-Frank“ bekommen. Die AfD-Fraktion im Gemeinderat Heilbronn regte andere Namensvorschläge wie „Margarete Steiff“ oder „Käthe Kruse“ an.

Im „Forum Gemeinderat“ der Heilbronner Stadtzeitung (Amtsblatt) vom 4. Dezember erklärte der Fraktionsvorsitzender Dr. Raphael Benner:

„Auch gegen die Namensgebung der städtischen Kita Robert-Boschstraße in Anne-Frank-Kita haben wir gestimmt. Erstens hat der Name keinerlei Bezug zu Heilbronn. Zweitens werden unsere Sonnenscheine schon im Vorschulalter mit den Tagebüchern einer vom Krieg betroffenen Frau konfrontiert. Unsere Gegenvorschläge wurden abgelehnt. Bei der offiziellen Enthüllung des Namensschildes am 05.12.2019 nehmen wir aus Protest nicht teil.“

In der Ausgabe vom 18. Dezember ergänzte er:

„Nachtrag: Als Namensvorschläge für die „Anne Frank“-Kita in der Robert-Bosch-Straße hatten wir auf „Margarete Steiff“, eine Württembergerin als positives Vorbild, die trotz einer schweren körperlichen Behinderung mit ihren Stofftieren und Puppen bis heute und zukünftig Millionen Kindern Freude schenkt, oder „Käthe Kruse“ gesetzt.“

Dem Ansatz, dass Benennungen im Idealfall einen regionalen Bezug haben sollen, kann man ablehnend oder zustimmend begegnen – er ist jedenfalls kein Skandal. Daran ändert auch nichts, dass viele Einrichtungen Namen haben, die keinen regionalen Bezug haben.

Die Formulierung der „vom Krieg betroffenen Frau“ von Herrn Benner klingt verharmlosend und können wir nicht so stehen lassen. Anne Frank ist ein Opfer der nationalsozialistischen Ideologie, die Millionen Menschenleben gekostet hat! Das Gesamtbild macht aber auch deutlich, dass die Wortwahl keine böse Absicht war. Es ging der Fraktion weder um eine Relativierung, noch um eine Abwertung. Es ging ihr darum, dass Kinder auch mal fragen (besonders wenn ihr Kindergarten umbenannt wird), wer denn die Namensgeberin war. Wollen Sie Ihrem Kleinkind dann etwas vom Massenmord der Deutschen erzählen?

Zweifellos muss man sich mit der deutschen Geschichte beschäftigen und insbesondere mit dem Holocaust und den Grausamkeiten, wie sie Anne Frank erlebt hat. Vor allem vor dem Hintergrund, dass junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren nichts mit dem „Holocaust“ anfangen können, ist das bitter nötig! Aber doch bitte erst in der Schule und nicht schon im Kleinkindalter im Kindergarten. In der Schule kann und muss der ganze Kontext der Geschichte und auch die Massenmorde der Weltgeschichte behandelt werden, so dass sich die nachfolgende Generation ein umfassendes Bild machen kann. Kindergärten hingegen stehen für die Unschuld des Kindes – und zwar aller Kinder darin. Die Gesellschaft sollte der Instrumentalisierung von Kindern entgegenwirken und diese Unschuld schützen und daher ein negatives “Framing” bereits durch die Namensgebung vermeiden.

Der Kreisverband der AfD Heilbronn stellt sich daher hinter die Idee der Gemeinderatsfraktion, Kindergärten nach positiven Beispielen der deutschen Geschichte (wie Margarete Steiff) zu benennen und weist Anschuldigungen, dass solche Gegenvorschläge unsere Vergangenheit relativieren würde, entschieden zurück. Anne Frank gehört zur deutschen Geschichte, aber sie ist kein positives Beispiel für unsere Vergangenheit und der Vorschlag, dass Kindergärten auch an positive Vorbilder der deutschen Historie erinnern können, ist keine Geschichtsrelativierung.

Hier versuchen politische Gegner und zweifelhaft arbeitende Journalisten einen Skandal zu konstruieren. Das zeigt sich auch daran, dass Herr Benner als „Beschuldigter“ im Artikel nicht zu Wort kommt und auch die Antragsbegründung der Fraktion im Artikel nicht erwähnt wird. Ebenso wie die Herstellung zu irgendwelchen Facebook-Gruppen irgendwo in einem anderen Teil Deutschlands vor über zwei Jahren, in der auch „AfD-Mandatsträger“ gewesen sein sollen (also offenbar waren es nicht mal AfD-Gruppen und AfD-Politiker haben sich auch nicht geäußert).

Auch die Behauptung, dass sich die AfD im Heilbronner Gemeinderat bis heute von einem Post von Stadtrat Michael Seher zur Kanzlerin nicht distanziert hätte, ist falsch, denn Herr Seher selbst hat sich sofort und klar von diesem Post distanziert (und Strafanzeige gestellt), wodurch sich eine zusätzliche Distanzierung der Fraktion erübrigte.

Der Berufsethik des Journalismus, umfassend zu berichten, werden solche einseitigen Darstellungen nicht gerecht.

Carola Wolle und Dr. Rainer Podeswa

Vorsitzende des Kreisverbandes
AfD Stadt- und Landkreis Heilbronn